„Eislaufen_mit Texten von Inge Müller“

2010 Theater unterm Dach Berlin                                                      
Regie, Textfassung, Ausstattung_ Lina Antje Gühne
Musik_Harald Blüchel
mit Helene Grass, André Kudella, Annett Sawallisch
Inge Müller, Lyrikerin.
Geboren 1925 in Berlin.
kurz vor Kriegsende 3 Tage verschüttet.
Heiratet in dritter Ehe Heiner Müller.
Schreibt, die Sprache sezierend, kristallklar auf den Punkt,
bis zum Schmerz, und immer am Abgrund.
Nimmt sich 1966 das Leben.
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hele Helene Grass


Anouk Meyer 20.02.2010 Neues Deutschland
 
„Sezierende Verse
»Eislaufen« nach Texten von Inge Müller im Theater unterm Dach
(…)Dass die bereits mit 41 Jahren freiwillig aus dem Leben geschiedene Lyrikerin auch eine genaue Beobachterin des Alltags war und kristallklare Poesie ebenso beherrschte wie trockenen Witz, zeigt die collagenhafte Inszenierung »Eislaufen« im Theater unterm Dach.
(…)Gühne, studierte Bühnen- und Kostümbildnerin, schafft es, in ihrer Inszenierung den verschiedenen Seiten Inge Müllers Rechnung zu tragen und fügt sketchartige Alltagsszenen, melancholische Beobachtungen und doppelbödige Lyrik zu einer abwechslungsreichen Collage zusammen. Das Bühnebild ist ebenso minimalistisch wie die klare, sezierende Sprache Inge Müllers.
Drei Schauspieler (Helene Grass, Anett Sawallisch und André Kudella) sitzen oder liegen in verschiedenen Konstellationen auf einem Holzpodest, das fast die ganze Breite der Bühne ausfüllt. Mal dient dieses Podest als Laufsteg, von dem aus zu schwebenden Klangbildern Gedichtfetzen ins Publikum geworfen werden – so luftig-leicht wie die Papierflieger, die den Zeilen folgen. Dann wieder ist das Requisit Beobachtungsposten, von dem aus die Dichterin mal ironisch, mal fragmentarisch deutsche Geschichte kommentiert.
Und dann gibt es, angekündigt durch eine Fanfare, immer wieder herrlich komische Szenen aus Müllers Hörspiel »Die Weiberbrigade« um die Brigadierin Nägele, die es von der Küchenhilfe zur Schlosserin gebracht hat und sich mit schlagfertigem Witz in ihrem Bautrupp durchsetzt, gegen Geschlechter- und Moralklischees(…) Ein schöner, kleiner Theaterabend.“
 
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